JOBBEAST. Die Evolution der Jobbörse.

Kündigungen rechtssicher vorbereiten: Die häufigsten Fehler in der Praxis

Kündigungen rechtssicher vorbereiten: Die häufigsten Fehler in der Praxis

Kündigungen gehören zu den sensibelsten Entscheidungen im Unternehmensalltag. Fehler in diesem Bereich sind teuer, zeitaufwendig und imageschädigend. Viele Kündigungen scheitern nicht am Grund, sondern an der Vorbereitung. Wer strukturiert vorgeht und typische Stolperfallen kennt, reduziert Risiken deutlich.

Kündigungen scheitern selten am Willen, sondern an der Umsetzung

In der Praxis zeigt sich immer wieder: Der Wunsch zur Trennung ist nachvollziehbar, die Umsetzung jedoch fehlerhaft. Fristen werden falsch berechnet, Gründe nicht sauber dokumentiert oder formale Anforderungen übersehen.

Arbeitsgerichte prüfen Kündigungen streng. Sympathie oder Bauchgefühl spielen keine Rolle. Entscheidend ist, ob die Kündigung rechtlich korrekt vorbereitet wurde.

Den richtigen Kündigungsgrund sauber einordnen

In Deutschland gibt es nur drei Kündigungsgründe. Betriebsbedingt, verhaltensbedingt oder personenbezogen. Eine Kündigung muss eindeutig einem dieser Gründe zugeordnet werden.

Ein häufiger Fehler ist die Vermischung. Wenn betriebliche Gründe vorgeschoben werden, obwohl es eigentlich um Verhalten geht, wird die Kündigung angreifbar. Gleiches gilt, wenn personenbedingte Gründe nicht sauber belegt werden.

Je klarer der Kündigungsgrund, desto stabiler die rechtliche Basis.

Dokumentation ist entscheidend

Viele Arbeitgeber unterschätzen die Bedeutung von Dokumentation. Gespräche, Abmahnungen, Zielvereinbarungen oder Leistungsbewertungen sollten nachvollziehbar festgehalten werden.

Gerade bei verhaltensbedingten Kündigungen ist eine saubere Abmahnung oft Voraussetzung. Ohne sie fehlt der Nachweis, dass der Mitarbeiter Gelegenheit zur Verbesserung hatte.

Auch bei krankheitsbedingten Kündigungen sind Fehlzeiten, Prognosen und betriebliche Auswirkungen sorgfältig zu dokumentieren.

Kündigungsfristen korrekt berechnen

Ein häufiger Praxisfehler liegt in der falschen Kündigungsfrist. Mit zunehmender Betriebszugehörigkeit verlängern sich die Fristen automatisch zulasten des Arbeitgebers.

Veraltete Vertragsmuster oder pauschale Vier Wochen Annahmen führen schnell zu unwirksamen Kündigungen. Prüfen Sie immer die individuelle Betriebszugehörigkeit und die geltenden Fristen.

Formvorschriften strikt einhalten

Kündigungen müssen schriftlich erfolgen. Elektronische Formen sind unzulässig. Auch kleine Formfehler können eine Kündigung unwirksam machen.

Achten Sie auf das korrekte Datum, die Unterschrift einer berechtigten Person und den Zugang der Kündigung. Der Zugang ist entscheidend, nicht das Absendedatum.

Sonderkündigungsschutz nicht übersehen

Bestimmte Personengruppen genießen besonderen Kündigungsschutz. Dazu gehören Schwangere, Schwerbehinderte, Mitarbeitende in Elternzeit oder Betriebsratsmitglieder.

In diesen Fällen sind zusätzliche Genehmigungen erforderlich. Ohne sie ist die Kündigung unwirksam, unabhängig vom Kündigungsgrund.

Trennungsgespräche professionell führen

Auch rechtssichere Kündigungen scheitern manchmal an der Kommunikation. Ein respektvolles, klares Gespräch reduziert Eskalationen und spätere Streitigkeiten.

Vermeiden Sie emotionale Diskussionen oder Rechtfertigungen. Bleiben Sie sachlich, transparent und vorbereitet.

Fazit

Kündigungen sind kein Alltagsgeschäft, sondern ein rechtlicher Prozess mit hohen Anforderungen. Wer sauber vorbereitet, dokumentiert und formale Regeln beachtet, minimiert Risiken erheblich.

Eine gute Kündigung ist nicht die härteste, sondern die rechtssicherste.